Greta Klingsberg

Greta Klingsberg, geborene Hofmeister, kam am 11. September 1929 in Wien zur Welt. Wenige Monate nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland flohen ihre Eltern mit einem illegalen Transport nach Palästina. Sie und ihre Schwester Trude sollten nachkommen. Aber es kam anders. Die Mädchen wurden 1942 von den Nationalsozialisten in das KZ Theresienstadt deportiert. Dort verloren sich die beiden Schwestern, denn die Schlafräume waren nach Jahrgängen eingeteilt.

Plötzlich ganz allein, half der Dreizehnjährigen die Musik, dem schrecklichen Alltag in Theresienstadt zu entfliehen. Sie bekam die Hauptrolle in der Kinderoper "Brundibár".

 

"Angst vor dem Ungewissen hatte ich immer, aber wenn man auf der Bühne stand, konnte man das abhaken und war in einer ganz anderen Welt. Ich sang es gern und singe es immer noch gern. Die Musik hilft mir. Bis heute. Es war eine Doppelwelt. Plötzlich war es da, und es gab Milch, Eis, Katzen, Hunde… Eben alles, was es sonst nicht gab."

Geprobt wurde in Kellergewölben, oft ohne Musik. Die Chorsänger wechselten oft, da viele Kinder in andere Lager deportiert wurden oder starben.

Dreiundfünfzig Mal sang Greta Klingsberg die Aninka, zweimal fiel sie aus - wegen Lungenentzündung.

"In ganz Theresienstadt war ich bekannt. Auf der Strasse pfiff man nach mir. Aber man nannte mich nicht mehr Greta, sondern Aninka".
1944 wird auch sie nach Auschwitz deportiert. Wo sie Ihre Schwester endgültig verliert. Greta dagegen darf in einer Militärfabrik arbeiten. Nach der Befreiung ging sie in Prag auf eine englische Schule und wanderte dann zunächst nach London, später nach Jerusalem aus, wo sie am Jerusalem Conservatoire Gesang studierte und bis heute als Sängerin und Übersetzerin lebt. Greta gehört nicht nur zu den ganz wenigen überlebenden Kindern aus Theresienstadt, sondern zu den noch wenigeren, die ihre Eltern wieder sahen.

Greta Klingsberg ist für die hebräische Übersetzung des Librettos von "Brundibár" verantwortlich.